3D-Drucker-Einweisung (FDM)
In dieser Einweisung wird der Prozess des 3D-Druckens erklärt. Weiterhin enthält sie eine Anleitung für die bei uns vorhandenen 3D-Drucker und erläutert die bei uns vereinbarten Vorgehensweisen. Zudem enthält sie eine kleine Materialkunde der bei uns verwendeten und bereitgestellten Materialien.
Der Inhalt dieser Einweisung ist verbindlich einzuhalten bei Verwendung der 3D-Drucker im FabLab Altmühlfranken!
Was du dir merken musst
Den Inhalt dieses Kapitels musst du immer parat haben. Alles andere kannst du bei Bedarf einfach nachlesen.
Grundregeln
-
Drucker dürfen nur nach einer Einweisung selbstständig bedient werden.
Erst nach dieser Einweisung darf der Drucker ohne direkte Betreuung verwendet werden. -
Prüfen, ob der Drucker frei ist und benutzt werden darf
-
prüfen, ob der Drucker gerade benutzt wird
-
prüfen, ob ein Hinweis auf Wartung oder Defekt vorhanden ist
-
im Zweifel immer einen Betreuer fragen
-
TODO offensichtliche Anzeige
-
-
Bei unerwartetem Verhalten sofort einen Betreuer informieren
-
ungewöhnliche Geräusche
-
Druck haftet nicht
-
Filament kommt nicht aus der Düse
-
Fehlermeldungen auf dem Display
Je früher ein Problem erkannt wird, desto leichter lassen sich Schäden vermeiden.
-
-
Nicht eigenständig eingreifen
-
keine Stecker ziehen
-
laufende Drucke nicht abrupt abbrechen
-
keine Reparaturversuche
-
-
Haftmittel wie Kleber, Sprays oder ähnliche Hilfsmittel sind nicht erlaubt.
Diese dürfen nur in Ausnahmefällen und mit ausdrücklicher Erlaubnis eines Betreuers verwendet werden. -
Keine eigenen Filamente verwenden.
Es dürfen ausschließlich Filamente des FabLabs benutzt werden. Nur diese sind für die vorhandenen Druckprofile eingestellt.
Alles bis hier musst du auswendig wissen. Den Rest kannst du bei Bedarf nachschauen.
Einsteiger Einweisung
Schritt für Schritt zum 3D-Druck
Materialien
Die einfachen Materialien, die wir im FabLab anbieten, sind PLA, TPU und PETG. Jedes Material hat einen anderen Anwendungszweck, die hier kurz erklärt werden sollen.
PLA
-
Standardmaterial für die meisten Drucke
-
einfach zu drucken
-
relativ günstig
-
basiert teilweise auf nachwachsenden Rohstoffen
-
geringe Verformung beim Drucken
- hat in unserem FabLab die größte Auswahl an Farben
Im Zweifel immer PLA verwenden.
PETG
-
temperaturbeständiger als PLA
-
besser für mechanisch belastete Teile
-
witterungsbeständiger
-
etwas schwieriger zu drucken
TPU
-
flexibles, gummiartiges Material
-
geeignet für elastische Teile (z. B. Schutzkappen, Dämpfer)
Andere Materialien (z. B. ABS, ASA, Nylon usw.) dürfen nur nach einem entsprechenden Workshop oder nach Absprache mit Betreuern verwendet werden.
Druckbetten
Für die drei genannten Materialien gibt es unterschiedliche Druckbettoberflächen.
Grundsätzlich gibt es zwei Varianten:
-
Smooth (glatt)
-
Texturiert (rau)
Verwendung:
-
PLA → auf allen Druckbetten möglich
-
PETG → normalerweise nur auf texturierten Druckbetten
-
Ausnahme: Extrudr PETG bei sehr kleinen Auflageflächen (ca. 3 × 3 cm) auch auf smooth möglich
-
-
TPU → nur auf texturierten Druckbetten
Die falsche Kombination kann dazu führen, dass:
-
Drucke nicht haften
oder -
sich zu stark festkleben und das Druckbett beschädigen.
TODO bilder für smooth und texturiert -> unterschied deutlich machen
Drucker vorbereiten
Drucker einschalten
Der Einschalter befindet sich meist:
-
hinten rechts relativ weit unten
-
beim eingehausten MK4S hinten links
TODO genaue beschreibung je gerät
TODO bilder
Material auswählen
Vor dem Drucken überlegen:
-
welches Material wird benötigt
-
welche Farbe soll verwendet werden
-
passt das Material zum Druckbett
Druckbett ggf. tauschen
Die Druckbetten sind magnetisch befestigt und lassen sich leicht wechseln.
Vorgehen:
-
Druckbett vorne anheben
-
vollständig abnehmen
-
neues Druckbett auflegen
-
hinten am Einschnitt bei den Schrauben ausrichten
Das Druckbett muss plan aufliegen, sonst kann der Druck fehlschlagen.
TODO gif
Druckbett reinigen
Ein sauberes Druckbett ist entscheidend für gute Haftung.
Reinigung:
-
Reinigungstool nehmen
TODO bild -
Isopropanol (ISO) auf den Wischer sprühen
-
ca. 2–3 Sprühstöße
-
-
Nicht Richtung Drucker sprühen
-
Mit dem Tool das gesamte Druckbett abwischen
-
in Pfeilrichtung arbeiten
-
leichten Druck ausüben
-
Fingerabdrücke oder Fett können dazu führen, dass Drucke nicht haften.
Düse / Druckkopf kontrollieren
Vor jedem Druck kurz prüfen:
-
hängt altes Filament an der Düse?
-
ist die Düse stark verschmutzt?
Wenn Verschmutzungen sichtbar sind:
Nicht selbst reinigen → Betreuer informieren
TODO bild verdreckt / bild sauber
Material laden
TODO video oder bilderreihe für jedes gerät
Vorgehen:
-
Filamentspule in die Halterung einsetzen
-
Filament muss sich in Laufrichtung zur Zuführung abrollen
-
-
Schwämmchen auf das Filament setzen
-
entfernt Staub vom Filament
-
-
Filament schräg anschneiden
-
mit Seitenschneider
-
erleichtert das Einführen
-
-
Filament in den Einzug einführen
-
bis der Drucker es erkennt
-
bei Kunststoffröhrchen relativ weit einschieben
-
-
Material am Drucker auswählen
-
mit dem Drehknopf Material auswählen
-
durch Drücken bestätigen
-
-
Reinigungsvorgang
-
der Drucker extrudiert Material
-
solange „mehr reinigen“ auswählen, bis die neue Farbe sauber aus der Düse kommt
-
danach noch einmal reinigen lassen, dann bestätigen
Nicht „Wiederholung / Wdh.“ auswählen
-
-
Reinigungsreste entfernen
Am Computer / Der Slicer
Slicer
Der Slicer bereitet das 3D-Modell für den Drucker vor. Das Programm, welches wir im FabLab verwenden, nennt sich PrusaSlicer.
Modelle findet man z. B. auf:
-
Makerworld (Account erforderlich, nur bedingt empfohlen)
Wichtiges Dateiformat:
STL
Wenn eine 3MF-Datei geöffnet wird:
→ „Nur 3D-Modelle importieren“ auswählen
Vorgehen im Slicer
1. Drucker auswählen
Den physischen Drucker auswählen
(meist am Ende der Druckerliste)
2. Filament auswählen
Hersteller und Material müssen zum verwendeten Filament passen.
Wenn keine passende Voreinstellung existiert:
→ Betreuer fragen
3. Druckeinstellungen (Schichthöhe)
-
Standardprofil ist in der Regel ausreichend
-
kleinere Schichthöhe = bessere Oberfläche, längere Druckzeit
4. Infill einstellen
Infill bestimmt, wie stark das Innere eines Drucks gefüllt wird.
-
niedriger Wert → schneller und günstiger
-
hoher Wert → stabiler
Typische Werte:
-
10–20 % für Deko
-
20–40 % für funktionale Teile
5. Vor dem Slicen auf „Anordnen“ klicken
(4. Symbol in der oberen Leiste)
Damit wird das Modell korrekt auf dem Druckbett positioniert.
6. Slicen
Der Slicer berechnet jetzt den Druck.
7. Warnungen und Fehler prüfen
Warnungen nicht ignorieren.
8. Hinweise zur Druckstabilität
Wenn folgende Hinweise erscheinen:
-
„Aktivieren von Stützen erwägen“
-
große dunkelblaue Flächen im Modell
→ Stützen aktivieren
Optionen:
-
Stützen nur auf dem Druckbett
-
Stützen überall
Wenn angezeigt wird:
„Auch aktivieren des Rands erwägen“
→ Rand (Brim) aktivieren
Das hilft besonders bei:
-
großen Objekten
-
kleinen Auflageflächen
9. Slice-Info
Hier steht der Filamentbedarf in Gramm.
Dieser Wert wird später für die Kostenberechnung benötigt.
Der Kostenwert im Slicer selbst ist nicht relevant.
10. Vor dem Start eines Drucks
Immer einen Betreuer zur Überprüfung rufen.
Für Betreuer:
„Druckeinstellungen (geändert)“ öffnen, um veränderte Einstellungen zu sehen.
Nach dem Druck
Nach Abschluss des Drucks:
-
Drucker nicht sofort ausschalten
-
Druck nicht sofort entfernen
Zuerst warten, bis das Druckbett auf ca. 30 °C abgekühlt ist.
Druck entfernen
-
Druckbett herausnehmen
-
Druckbett vorsichtig vertikal und horizontal biegen
-
Druck und Druckreste lösen sich dabei vom Bett
Keine Werkzeuge verwenden, die das Druckbett beschädigen könnten.
Drucker wieder vorbereiten
-
Druckbett wieder einlegen
-
ggf. Drucker schließen
Kosten ermitteln
Das gesamte Druckergebnis wiegen, inklusive:
-
Stützstrukturen
-
Reinigungsturm (falls vorhanden)
Dieses Gewicht wird zur Abrechnung des Materials verwendet.
Drucker ausschalten
Den Drucker ausschalten, wenn er nicht weiter verwendet wird.
Checkliste – 3D-Druck
Diese Checkliste dient als Gedächtnisstütze nach der Einweisung. Sie ersetzt nicht die Einweisung, hilft aber dabei, keinen wichtigen Schritt zu vergessen.
Vor dem Drucken
☐ Drucker verfügbar?
-
kein Wartungshinweis / Defekt
-
kein laufender Druck
-
im Zweifel Betreuer fragen
☐ Richtiges Material gewählt?
☐ Passendes Druckbett gewählt?
☐ Drucker einschalten
☐ Druckbett prüfen / ggf. wechseln
☐ Druckbett reinigen
-
ISO auf Reinigungstool
-
gleichmäßig abwischen
☐ Düse / Druckkopf kontrollieren
-
bei Verschmutzung → Betreuer
Filament laden
☐ Filamentspule richtig einsetzen (Laufrichtung beachten)
☐ Schwämmchen auf Filament setzen
☐ Filament schräg anschneiden
☐ Filament in Einzug einführen
☐ Material am Drucker auswählen
☐ Reinigung durchführen
-
einmal zusätzlich reinigen
☐ Reinigungsreste entfernen
Modell vorbereiten (Slicer)
☐ Richtigen Drucker auswählen
☐ Filamentprofil auswählen
-
Hersteller + Material prüfen
☐ Infill einstellen (falls nötig)
☐ Anordnen klicken
☐ Slicen
☐ Warnungen prüfen
☐ Bei Bedarf aktivieren:
-
☐ Stützen
-
☐ Rand (Brim)
☐ Filamentmenge (g) notieren
☐ Betreuer zur Kontrolle holen
Druck starten
☐ Druck starten
☐ Erste Schicht kurz beobachten
☐ Bei Problemen sofort Betreuer informieren
Nach dem Druck
☐ Druckbett auf ~30 °C abkühlen lassen
☐ Druckbett entnehmen
☐ Druck durch vorsichtiges Biegen lösen
☐ Druckbett wieder einsetzen
☐ Druck inkl. Stützen / Reinigungsturm wiegen
☐ Drucker ausschalten, wenn er nicht weiter benutzt wird
✅ Grundregel:
Bei Unsicherheit, Fehlermeldungen oder ungewöhnlichem Verhalten immer einen Betreuer fragen.